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Der SV Siegfried hat einen Sechser im Lotto gelandet. Anders kann man den Karrieresprung von Thomas Sedlmeier nicht bezeichnen. Bereits beim Kampf gegen den KSV Köllerbach wurde der rotzfrech ringende Nachwuchsmann zum Helden bei seiner 1:8-Niederlage gegen Weltstar und Ex-Olympiasieger Oleg Kutscherenko. Und nun gegen Aalen folgte das Meisterstück mit einem kaum in Worte zu fassenden 14:11-Punktsieg über Routinier Romica Rasovan.
Gegen Köllerbach rechnete trotz zuvor ordentlicher Leistungen niemand damit, dass sich der 17-Jährige in die Pause würde retten können. Doch er kam nicht nur über die Zeit, sondern machte auch noch einen Punkt. Das passiert Kutscherenko nicht oft. Aber Thomas Sedlmeier ringt so wie er außerhalb der Matte auftritt - Typ Lausbub. Und auch Romica Rasovan war die Verblüffung im Gesicht abzulesen, als ihn Sedlmeier in einen Schlagabtausch verwickelte und den Routinier vom deutschen Meister verdammt alt aussehen ließ. "Ich hatte nicht mit dem Sieg gerechnet", sagte Sedlmeier, "aber ich habe es gehofft. Schon in den letzten Kämpfen habe ich gemerkt, dass ich mich mit jedem mitringen kann." Und dementsprechend frech trat die Entdeckung der Rückrunde auf. "Du musst so frech sein", sagt er selbstbewusst. Und ein bisschen ist Sedlmeier ("Man merkt auch gegen die Besten: Da geht was!") von sich selbst überrascht. Er hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht. Aber mit den jüngsten Leistungen, mit denen sich der Youngster in die Männer-Spitze hereinkämpfte wächst sein Selbstvertrauen. Ab jetzt gilt für ihn: "Ich habe vor keinem Angst."
In der Bundesliga genießt es der Mann in der Gewichtsklasse bis 54 Kilo griechisch, dass er nichts zu verlieren hat. Ganz anders war dies bei der Kadetten-EM, bei der er Rang sechs belegte. "Da hast du Respekt vor den Gegnern", sagt der Hallbergmooser. Sedlmeier hat schon einiges erreicht mit einem gemischten Weg. In Hallbergmoos wird ihm nachgesagt, in jungen (Ringen-)Jahren von seinem Talent sehr gut gelebt zu haben. Doch das ist schon lange nicht mehr so. Sedlmeier trainiert mindestens viermal pro Woche, vor großen Meisterschaften täglich. "Für etwas Anderes außer Ringen habe ich keine Zeit", sagt der Junior, der weiß, was er will: "Bei den Olympischen Spielen 2008 will ich dabei sein. Dazu braucht er einerseits das Glück, in seiner Gewichtsklasse keinen eingedeutschten Ausländer vorgesetzt zu bekommen, und andererseits Kämpfe in der Bundesliga.
"Er wird nächstes Jahr griechisch und Freistil ringen", kündigt der Vorsitzende Josef Niedermair jetzt schon an. Möglicherweise trennt sich dann der SV Siegfried nach großartiger Zusammenarbeit von Tanyu Tanev, um den eigenen Mann zu fördern. Und dieser legt trotz einiger lukrativer Angebote aus der Bundesliga einen Treueschwur ab: "Ich werde nie wechseln. Wo anders mache ich nur ein paar Kämpfe und hier in Hallbergmoos darf ich jede Woche ran. Und überhaupt: Der SV Siegfried ist mein Verein."
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