Freisinger Süddeutsche zeitung - Sport   02.09.2004 

Blumen vom zweiten Vorsitzenden des SV Siegfried: Josef Busl begrüßt Olympia-Ringerin Brigitte Wagner am Flughafen.                 Foto: efm

 

 Nach der Heimkehr aus Athen: Wie Ringerin Brigitte Wagner ihre ersten Olympischen Spiele erlebt hat 

Sonnenblumen, Sirtaki und ein roter Teppich
Mit einem stimmungsreichen Empfang begrüßen die Hallbergmooser ihre prominente Vorzeige-Sportlerin

Brigitte Wagner, Olympia-Sechste von Athen, ist am Dienstag Abend, über Frankfurt kommend, wieder zuhause gelandet. Familie, Freunde, Vereinsmitglieder und der Ringernachwuchs des SV SIegfried bereiteten der jungen Ringerin einen großen Empfang am Flughafen.
Mit einem Autokorso ging es danach zum Hallbergmooser Rathausplatz, wo auch Vetreter der Gemeinde gratulierten und einige Schaulustige warteten. Den Abschluss des Abends bildete ein gemütliches Zusammensein im Gastahsu "Klösterl", wo Brigitte über ihre Athen-Erlebnisse und ihre Zukunftspläne berichtete.

Zum Erstaunen von Passanten und Siegfried-Mitgliedern hielten sich die Verantwortlichen der Gemeinde beim Empfang am Dienstag vornehm zurück. Weder eine Beflaggung noch eine offizielle Delegation zeigten der Sportlerin, dass sie 28 Jahre nach dem letzten Hallbergmooser Olympia-Teilnehmer, Peter Neumeier, Großartiges geleistet habe. Doch möglicherweise behält sich der momentan im Urlaub weilende Bürgermeister Klaus Stallmeister die Würdigung der bekanntesten Hallbergmooserin selbst vor. Sein Stellvertreter, Karl-Heinz Zenker, unterbrach immerhin kurz die laufende Gemeinderatssitzung, um der Athen-Heimkehrerin einen Blumenstrauß zu überreichen. Er dankte Brigitte dafür, dass dank ihrer Leistung der Name der Gemeinde sehr häufig in den Medien genannt wurde.

Nette Gesten hatte sich die Hallbergmooser Ringerjugend einfallen lassen. Mit Transparenten, Ratschengeklapper, SIrtaki-Klängen aus dem CD-Player und einem ausgerollten roten Teppich wurde der Ringerfloh Wagner von den wartenden Fans im Flughafenbereich in Empfang genommen. "Super-Brigitte", stand auf den Transparenten zu lesen, "wir sind stolz auf Dich" - und auch wenn es in AThen nur zu Platz sechs reichte, sei Brigitte "unser Goldstück".
Die Hallbergmooser Hauptstraße war mit hunderten von bunten Luftballons geschmückt, die liebevoll vom Siegfried-Nachwuchs an Zäunen, Bäumen und Laternenpfosten befestigt wurden.

Neben Blumen vom zweiten Vorsitzenden des Vereins, Josef Busl, gab es als Erinnerungsgeschenk ein großes Foto mit Brigitte in AKtion, auf dem sich fast alle Olympiasieger 2004 im Ringen und auch ehemalige Mattengrößen wie der Russe Alexander Karelin mit ihrer Unterschrift verewigt hatten. Die Siegfried-Delegation, die sich in AThen lautstark für ihre deutschen Ringer eingesetzt hatte, war während der Spiele fleißig unterwegs gewesen, um diese Autogramme für Brigitte zu sammeln. Darüber freute sich Wagner sehr - auch wenn ihr der ganze Rummel offenbar peinlich war.

Mutter Rita, die Geschenke, Blumen und Mitbringsel in Sicherheit brachte, hatte schon die nächsten Termine für die Tochter parat, denn seit Mittwoch warten zahlreiche Medienvertreter darauf, mit Brigitte über ihre Athen-Erlebnisse sprechen zu dürfen. Doch zuvor steht ein weniger erfreulicher Besuch an. Die junge Sportlerin muss zum Kniespezialisten, denn bereits in den ersten Minuten ihres Auftaktkampfes gegen die Japanerin Icho hatte sie sich eine Verletzung zugezogen.

Eine Diagnose über die schwere oder Art der Verletzung konnten die deutschen SPortärzte vor Ort aber nicht abgeben, denn ohne Röntgenaufnahme oder Computertomographie wollten sie sich nicht festlegen. Behindert habe sie dies schon, sagte Wagner, doch Ausschlag gebend für Platz sechs war dieses Missgeschick nicht, meinte Brigitte, die sich begeistert über Athen und die Erlebnisse dort äußerte (Bericht folgt).
 

Franz Vogl
Freisinger Süddeutsche Zeitung - Sport
Donnerstag, 02.09.04


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