Nach
der Heimkehr aus Athen: Wie
Ringerin Brigitte Wagner ihre ersten Olympischen Spiele erlebt
hat
Sonnenblumen,
Sirtaki und ein roter Teppich
Mit
einem stimmungsreichen Empfang begrüßen die Hallbergmooser
ihre prominente Vorzeige-Sportlerin
Brigitte Wagner, Olympia-Sechste von Athen,
ist am Dienstag Abend, über Frankfurt kommend, wieder zuhause
gelandet. Familie, Freunde, Vereinsmitglieder und der Ringernachwuchs
des SV SIegfried bereiteten der jungen Ringerin einen großen
Empfang am Flughafen.
Mit einem Autokorso ging es danach zum Hallbergmooser Rathausplatz,
wo auch Vetreter der Gemeinde gratulierten und einige Schaulustige
warteten. Den Abschluss des Abends bildete ein gemütliches
Zusammensein im Gastahsu "Klösterl", wo Brigitte
über ihre Athen-Erlebnisse und ihre Zukunftspläne
berichtete.
Zum Erstaunen von Passanten und Siegfried-Mitgliedern hielten
sich die Verantwortlichen der Gemeinde beim Empfang am Dienstag
vornehm zurück. Weder eine Beflaggung noch eine offizielle
Delegation zeigten der Sportlerin, dass sie 28 Jahre nach dem
letzten Hallbergmooser Olympia-Teilnehmer, Peter Neumeier, Großartiges
geleistet habe. Doch möglicherweise behält sich der
momentan im Urlaub weilende Bürgermeister Klaus Stallmeister
die Würdigung der bekanntesten Hallbergmooserin selbst
vor. Sein Stellvertreter, Karl-Heinz Zenker, unterbrach immerhin
kurz die laufende Gemeinderatssitzung, um der Athen-Heimkehrerin
einen Blumenstrauß zu überreichen. Er dankte Brigitte
dafür, dass dank ihrer Leistung der Name der Gemeinde sehr
häufig in den Medien genannt wurde.
Nette Gesten hatte sich die Hallbergmooser Ringerjugend einfallen
lassen. Mit Transparenten, Ratschengeklapper, SIrtaki-Klängen
aus dem CD-Player und einem ausgerollten roten Teppich wurde
der Ringerfloh Wagner von den wartenden Fans im Flughafenbereich
in Empfang genommen. "Super-Brigitte", stand auf den
Transparenten zu lesen, "wir sind stolz auf Dich"
- und auch wenn es in AThen nur zu Platz sechs reichte, sei
Brigitte "unser Goldstück".
Die Hallbergmooser Hauptstraße war mit hunderten von bunten
Luftballons geschmückt, die liebevoll vom Siegfried-Nachwuchs
an Zäunen, Bäumen und Laternenpfosten befestigt wurden.
Neben Blumen vom zweiten Vorsitzenden des Vereins, Josef Busl,
gab es als Erinnerungsgeschenk ein großes Foto mit Brigitte
in AKtion, auf dem sich fast alle Olympiasieger 2004 im Ringen
und auch ehemalige Mattengrößen wie der Russe Alexander
Karelin mit ihrer Unterschrift verewigt hatten. Die Siegfried-Delegation,
die sich in AThen lautstark für ihre deutschen Ringer eingesetzt
hatte, war während der Spiele fleißig unterwegs gewesen,
um diese Autogramme für Brigitte zu sammeln. Darüber
freute sich Wagner sehr - auch wenn ihr der ganze Rummel offenbar
peinlich war.
Mutter Rita, die Geschenke, Blumen und Mitbringsel in Sicherheit
brachte, hatte schon die nächsten Termine für die
Tochter parat, denn seit Mittwoch warten zahlreiche Medienvertreter
darauf, mit Brigitte über ihre Athen-Erlebnisse sprechen
zu dürfen. Doch zuvor steht ein weniger erfreulicher Besuch
an. Die junge Sportlerin muss zum Kniespezialisten, denn bereits
in den ersten Minuten ihres Auftaktkampfes gegen die Japanerin
Icho hatte sie sich eine Verletzung zugezogen.
Eine Diagnose über die schwere oder Art der Verletzung
konnten die deutschen SPortärzte vor Ort aber nicht abgeben,
denn ohne Röntgenaufnahme oder Computertomographie wollten
sie sich nicht festlegen. Behindert habe sie dies schon, sagte
Wagner, doch Ausschlag gebend für Platz sechs war dieses
Missgeschick nicht, meinte Brigitte, die sich begeistert über
Athen und die Erlebnisse dort äußerte (Bericht folgt).