Freisinger Süddeutsche Zeitung - Sport -   14.12.2007 

Hallbergmooser Nachwuchsringer zeigen eine positive Entwicklung
Die Tricks von den Profis abschauen
Training mit internationalen Stars bringt Talente weiter, doch der Sprung in die Bundesliga ist zu groß


Siegfried-Talent Ergün Aydin

Der Spagat zwischen Oberliga und Bundesliga ist gewaltig: Siegfried-Talent Ergün Aydin hat dies schon öfter am eigenen Leib erfahren.                                          Foto: Archiv



Der Leistungssprung war wieder einmal groß. Die Reservestaffel des SV Siegfried Hallbergmoos hat heuer ihr Plansoll in der Bayerischen Oberliga mit Platz vier mehr als erfüllt. Doch der Spagat zwischen Oberliga und Bundesliga ist eben so groß, dass er für die Talente noch lange nicht bewältigt werden kann. Damit muss der Verein seit Jahren leben.

Dennoch freuen sich die Verantwortlichen über die positive Entwicklung ihrer jungen Garde. Bis auf Markus Niedermair und Florian Wagner, die schon Mitte 20 sind und dem einzigen ausländischen Starter Zoltan Farkas im Schwergewicht, bestand die Reserve zuletzt lediglich aus Jugendlichen und Schülern, die meist deutlich unerfahrener waren als ihre Gegner. Dazu gesellte sich Verletzungspech. So fielen in den oberen Gewichtsklassen Thomas Moosburger, Andreas Niedermair und Thomas Kaufmann mit schweren Verletzungen frühzeitig aus, trotzdem war der SVS stets konkurrenzfähig. "Die Burschen haben einen Riesenschritt in der Leistungskurve nach oben gemacht", freute sich Siegfried-Co-Trainer Rudi Gebhard, der vor der Saison diese Rolle neu übernommen und jede Woche mit seinen Schützlingen gezittert hat.

Die harten Kämpfe in der Oberliga haben diesen Leistungssprung sicherlich gefördert, sagt Gebhard. Er sieht aber noch einen anderen Grund:"Die zahlreichen internationalen Trainingspartner aus der ersten Mannschaft, die während der Bundesliga-Saison hier trainieren, bringen unsere Jungs voran." Die Talente können sich manche Tricks von den Profis abschauen und sie würden auch immer wieder in direkten Trainingskämpfen auf der Matte die Griffkunst der Weltklasseleute am eigenen Leib erleben.

Vereinschef Josef Niedermair schreibt die positive Entwicklung auch der Arbeit der Schülertrainer zu. Und er hat einen Mann nicht vergessen, der seit den Querelen im Frühjahr nicht mehr im Amt ist: "Georg Schatz hat den Aufwärtstrend der Buben maßgeblich geprägt." Er verfolgt die Leistungssteigerung des eigenen Nachwuchses jedenfalls mit großem Interesse. Den für jedes Talent, das Bundesliga-Niveau nachweisen kann, muss er keinen ausländischen Ringer verpflichten. Gebhard sieht die Wurzeln der gute Oberliga-Saison auch in der Vorbereitung: "Da haben alle ehrgeizig täglich trainiert, Kondition und Kraft getankt und dann im Kampf Willensstärke gezeigt."

Michael Prill, Thomas Kaufmann, Florian Gebhard oder die Fritsch-Zwillinge Mathias und Alexander, Thomas Kopp, Michael Zobel und Damian Edfelder sollen bei den kommenden Einzelmeisterschaften diese Leistungssteigerung nun bestätigen. Zwar sei der Sprung in die erste Liga für die meisten Talente zu groß, "doch vielleicht packen es einige wie etwa Andi Meckl oder Ergün Aydin bald", hofft Josef Niedermair. Auf den Weg dorthin verfolgt der Chef der zweiten Mannschaft, Rudi Gebhard, eine Devise: "Wir müssen unsere Jungs kontinuierlich aufbauen, sie nicht verheizen und ihnen Zeit geben, dann werden wir noch viel Freude an ihnen haben."

Franz Vogl
Freisinger Süddeutsche Zeitung | - Sport -
Freitag, 14. Dezember 2007


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